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DWL weiter im Wandel

Der Countdown läuft: Am kommenden Wochenende fällt bundesweit in fünf Bädern der Startschuss für die Spielzeit 2018/2019 der Deutschen Wasserball-Liga (DWL), die mit der Kür des 98. deutschen Wasserball-Meisters seit 1912 abgeschlossen werden wird. Bereits zum 49. Mal werden Titelgewinner und Medaillengewinner in Form einer Bundesliga ermittelt, allerdings wird diesmal nur ein 15er-Feld in weiterhin zwei leistungsmäßig getrennten Gruppen (Pro A und Pro B) an den Start gehen. Für zusätzlichen Schwung soll ein neuer Spielmodus sorgen, der die Vereine kontinuierlicher im Einsatz sehen wird.

Der Weg zum deutschen Meistertitel 2019 wird nach allgemeiner Einschätzung allerdings erneut nur über die Finalisten der beiden vergangenen Jahre führen: Titelverteidiger Waspo 98 Hannover und Rekordgewinner Wasserfreunde Spandau 04 (36 Titel zwischen 1979 und 2017) vereinen nicht nur weiterhin die Mehrzahl der nationalen Topakteure wie auch eine Reihe ausländischer Spitzenkräfte in ihren Reihen, sondern planen über die gesamte Saison sogar komplett zweigleisig: Parallel zu den 14 Rundenbegegnungen in der Pro A der DWL absolvierten beide Klubs noch 14 Hauptrundenspiele in der Champions League und schweben damit in gänzlich in anderen Dimensionen. Nach der über fünf Partien gehenden Finalserie der vergangenen Saison sind die Beobachter gespannt, wie das nationale Gigantenduell weitergeht. Bei den Personalien kann Hannover mit dem Italiener Alex Giorgetti (Weltmeister 2011) und Deutschlands EM-Teilnehmer Reiko Zech (vom OSC Potsdam) zwei interessante Zugänge präsentieren, während Spandau nahezu unverändert auf seinen international erfolgreichen Vorjahreskader setzen wird.

Gespannt sind die Beobachter ebenso, wer in der Pro A hinter den beiden Topfavoriten die ebenfalls erst in den Play-offs vergebene Bronzemedaille erringen wird. Auch hier gab es in der vergangenen Saison eine Veränderung: 2018 vermochte der OSC Potsdam den ASC Duisburg erstmals seit 2006 wieder aus den Medaillenrängen der Liga verdrängen und sich als erster Verein aus den neuen Bundesländern einen Platz auf dem Podest erspielen. Beide Teams konnten in Sachen Personal allerdings keine spektakulären Transfers tätigen und müssen mehrheitlich jüngeren Kräften aus der Region vertrauen. Komplettiert wird die Achterrunde durch die SG Neukölln und den SSV Esslingen sowie mit dem Duisburger SV 98 und dem SVV Plauen gleich zwei Teams, die in der vergangenen Saison in der Pro B gespielt haben – kommt aus diesem Quartett ein Herausforderer für Potsdam oder Duisburg?

Kein Nachrücker für Neustadt

Die neue Spielzeit muss allerdings mit einem sportlichen Makel kämpfen: In der Pro B werden diesmal nur sieben Teams an den Start sein, was für den Spielmodus weniger glücklich ist. Zwar werden aus dem Aufstiegsturnier wie geplant die SGW Rhenania Köln/BW Poseidon Köln und DWL-Rückkehrer SV Weiden die beiden topplatzierten Teams an den Start gehen, allerdings ließ sich in dem dortigen Teilnehmerfeld kein Nachrücker für Erstligaaussteiger SC Neustadt finden. Sowohl der SpVg Laatzen wie auch der Düsseldorfer SC mochten sich jeweils aus personellen Gründen nicht für einen DWL-Start erwärmen, und weitere Kandidaten sehen sahen vorliegenden Durchführungsbestimmungen nicht vor. Interesse für einen DWL-Start hätte es dem Vernehmen nach beim Süd-Zweitligisten SV Würzburg 05 wie auch dem letztjährigen DWL-Absteiger SV Poseidon Hamburg gegeben. Für die nachfolgende Spielzeit sind daher hinsichtlich der Teilnehmergewinnung Änderungen angedacht, wie der neugewählte Ligaausschuss-Vorsitzende Sören Mackeben (Berlin) durchblicken ließ.

An sportlicher Spannung verliert damit der Kampf um den Klassenverbleib, da es in der Pro B damit keinen direkten Absteiger geben wird. Einzig das Schlusslicht muss in das Aufstiegs- und Relegationsturnier, um sich dort mit den Zweitligavertretern zu messen. Beim Kampf um den ligainternen Aufstieg in die Pro A hat sich der letztjährige DWL-Aufsteiger SV Ludwigsburg in Position gebracht, der nicht nur mehrere interessante Neuzugänge, sondern mit Nationalspieler Timo van der Bosch (vom SSV Esslingen) auch den spektakulärsten nationalen Transfer für die kommende Spielzeit vermeldet. Zu Ludwigsburg, Köln und Weiden gesellen sich mit dem SV Bayer Uerdingen 08 und den White Sharks Hannover zwei langjährige A-Gruppen-Teilnehmer sowie die SV Krefeld 72 und der SC Wedding, wobei Letztere ihren in den Medien angekündigten Ligarückzug nicht wahrgemacht haben.

Trotz des fehlenden 16. Teilnehmers soll die neue Spielzeit den Übergang der Liga und damit auch der Sportart in bessere Zeiten einläuten. Mit der angestrebten Umwandlung der DWL von einer Interessengemeinschaft der Vereine in einen eingetragenen Verein soll sich die Handlungsfähigkeit der Erstligisten verbessern und damit auch neue Möglichkeiten bei der Präsentation und Vermarktung der Sportart ermöglicht werden. Als eine erste Neuerung gibt es erstmal einen verpflichtenden Livestream für alle Partien der Pro A. Weitere Änderungen für die Zukunft sollen im Verlaufe der Saison der Weg geebnet werden.

Deutsche Wasserball-Liga 2018/2019

Teilnehmende Mannschaften

Pro A
Waspo 98 Hannover
Wasserfreunde Spandau 04
OSC Potsdam
ASC Duisburg
SG Neukölln
SSV Esslingen
Duisburger SV 98 (+)
SVV Plauen (+)

Pro B
SV Bayer Uerdingen 08 (-)
White Sharks Hannover (-)
SC Wedding
SV Krefeld 72
SV Ludwigsburg
SGW Rhenania Köln/BW Poseidon Köln
SV Weiden (N)

Ansetzungen Auftaktwochenende

Sonnabend, den 20. Oktober 2018
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – SVV Plauen (Schöneberger Schwimmsporthalle)
16:00 Duisburger SV 98 – SSV Esslingen (Schwimmstadion)
16:00 White Sharks Hannover – SV Krefeld 72 (Sportleistungszentrum!)
17:30 SC Wedding – SV Bayer Uerdingen 08 (Komibad Seestraße)
18:00 SG Neukölln – ASC Duisburg (Schöneberger Schwimmsporthalle)

Sonntag, den 21. Oktober 2018
19:00 Waspo 98 Hannover – OSC Potsdam (Stadionbad)

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