Deutschland hält Kurs
12. September 2018
16th FINA MEN’S WATER POLO WORLD CUP 2018 in Berlin (Germany)
13. September 2018
Alle anzeigen

Erstes „Endspiel“ in Berlin

Viel besser kann aus deutscher Sicht bei dem seit Dienstag laufenden FINA Weltcup der Männer die Situation vor dem finalen Vorrundenspieltag nicht sein: Die DSV-Auswahl hat bereits den als „Minimum“ anvisierten zweiten Platz in der Gruppe A sicher, und selbst eine Niederlage mit nur einem Tor Unterschied im heutigen letzten Gruppenspiel gegen den WM-Siebten Australien brächte noch den von den Verantwortlichen als „Hauptgewinn“ eingestuften ersten Platz. Das Anschwimmen zu diesem „Endspiel“ um das WM-Ticket steigt in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee wieder um 20:30 Uhr.

Die insgesamt vier WM-Tickets werden hier in Berlin zwar erst am Freitag und wohl auch Sonnabend vergeben, doch die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) hat die perfekte Ausgangsposition hierfür bereits heute gegen die „Aussie Sharks“ in der Hand. Sollten die Deutschen tatsächlich als Gruppenerster ins Ziel kommen, wäre dieses mehr als nur ein Hauptgewinn: Bei dem von allen acht Mannschaften bestrittenen Viertelfinale ginge es für die DSV-Auswahl am Freitag dann um 20:30 Uhr wahrscheinlich gegen die in der Parallelgruppe letztplatzierte Auswahl Südafrikas, die hier in Berlin der Konkurrenz leistungsmäßig bisher deutlich hinterherhinkte.

Zum Platzierungsmodus der Gruppenphase bei einem FINA-Wettbewerb: Da die Australier gestern Nachmittag mit 8:9 gegen Ungarn verloren haben, reicht den Deutschen bereits ein Unentschieden für den ersten Platz in der Gruppe. Bei einer Niederlage würde die Platzierung zwischen den punktgleichen Teams ermittelt werden: Vize-Weltmeister Ungarn ist hier nach dem 10:12 gegen Deutschland mit einer Tordifferenz von minus eins bereits aus dem Rennen, Deutschland bliebe dagegen selbst bei einer Ein-Tor-Niederlage aufgrund der besten Tordifferenz der Teams im Direktvergleich an der Spitze (sofern Ungarn heute nicht gegen Japan verliert).

Ein besonderes Kuriosum der FINA-Regularien: Platz zwei wird nicht über die Tordifferenz der drei involvierten Teams vergeben, sondern durch das Spielresultat zwischen dem Zweiten und Dritten. Hier wäre Deutschland bei einem ersten Platz für Australien durch den Sieg in der Auftaktpartie gegenüber Ungarn in jedem Fall im Vorteil. Selbst bei einer Niederlage in der heutigen hat die DSV-Auswahl zumindest Rang zwei und würde damit im Halbfinale den beiden Titelfavoriten aus Kroatien und Serbien entgehen. Diese etwas gewöhnungsbedürftige Platzierungsregel hat den Vorteil, dass damit Ergebnismanipulationen häufig erschwert oder sogar unmöglich gemacht werden.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.