Supercup: Spandau und Uerdingen kämpfen um einen „Jüngling“

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Supercup: Spandau und Uerdingen kämpfen um einen „Jüngling“

Zum 17. Mal wird am Samstag der DSV-Supercup im Wasserball ausgespielt. In der Schöneberger Schwimmhalle treffen der Meister Spandau 04 und „der derzeitige Pokalsieger“ (www.deutsche-wasserball-liga.de) Bayer Uerdingen aufeinander. Es ist erst das zweite „echte“ Supercup-Duell nach 1998, denn auch damals gab es im bislang 1979-1985, 1997-2003 und 2014/15 ausgetragenen Supercup eine Ausnahme von der scheinbaren Regel, dass Meisterschaft und Pokal in einer Hand (in der der Spandauer!) lagen. Insider der Sportarten freilich werden jetzt monieren: Ist Uerdingen tatsächlich der Pokalsieger des Jahres 2016?
Die Antwort: de jure ja. Beim Final Four-Turnier zu Pfingsten haben die Spandauer zwar das Halbfinale gegen ASC Duisburg (7:6) und Endspiel gegen Uerdingen (18:9) gewonnen, aber der Ligaausschuss unter Wasserballwart Hans-Jörg Barth gab später einem Protest Duisburgs statt, disqualifizierte Spandau und setzte die drei anderen Teams jeweils einen Platz nach oben. Eine „Rolle“ für den Spandauer Spieler Moritz Oeler habe dessen Einsatz im Finale irregulär gemacht, so lautet die Begründung. Damit wurden Uerdingen Pokalsieger, Duisburg Zweiter und Potsdam Dritter.
„Eine falsche Entscheidung“, erklärt 04-Präsident Hagen Stamm. Aktuell ist der Einspruch der Berliner vor dem Norddeutschen Schiedsgericht zu verhandeln. Das könne laut Stamm aber „bis zu zwei Jahren dauern“. Bis dahin werde man sich weiter als Pokalsieger 2016 fühlen, dies auch in den Klubpublikationen entsprechend führen. Insofern hat die Vergabe des ersten der drei nationalen Titel der Saison am Samstag eine ganz besondere Brisanz.
Zum 17. Mal wird der Supercup ausgespielt, 14-mal hat Spandau gewonnen, zweimal Hannover (1998, 2000). Trophäe ist die 1979 vom ersten 04-Wasserballwart Günter Schwill gestiftete Bronzenachbildung der Statue „Jüngling von Marathon“ des antiken Bildhauers Praxiteles.
Im Vorjahr holte sich Spandau mit einem souveränen 12:4 gegen Duisburg den Cup. „Diesmal könnte es trotz klarer Papierform mit Spandau als Favorit spannender werden“, sagt Berlins Manager Peter Röhle. „Bayer will sich mit dem ambitionierten Ex-Spieler Tim Focke als neuem Trainer beweisen und hat ein verjüngtes, hungriges und motiviertes Team. Das kann Kräfte freisetzen, wie man es bereits im ersten Bundesliga-Spiel beim 6:8 der Uerdinger gegen Duisburg gesehen hat.“ Die Wasserfreunde werden laut Röhle das Duell keineswegs auf die leichte Schulter nehmen, „und mit voller Kapelle und entschlossenem Ehrgeiz antreten“.

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