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OSC nächstes Jahr wieder im DWL-Oberhaus

Potsdamer Bundesliga-Wasserballer erkämpfen vor frenetischer Kulisse im Brauhausberg-Bad den Aufstieg

Die Bundesliga-Wasserballer des OSC Potsdam haben sich fürs Playoff-Viertelfinale der Deutschen Wasserball-Liga qualifiziert und spielen im nächsten Jahr wieder in der A-Gruppe des nationalen Oberhauses. Nach einem von über 400 Zuschauern im Brauhausberg-Bad frenetisch begleiteten Spiel siegte der OSC am Donnerstag-Abend gegen den SVV Plauen 10:9 (2:2, 1:2, 2:2, 5:3) und entschied damit die „Best-of-five“-Serie mit 3:1 für sich.
„Wir sind überglücklich“, rief Kapitän Matteo Dufour, der 15 Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Treffer versenkte. „Wir haben uns nach einer harten Saison selbst belohnt und wurden heute vor allem durch unsere tollen Fans getragen.“ Diese erlitten auf der restlos vollen Tribüne des altehrwürdigen Bades am Brauhausberg ein Wechselbad der Gefühle. Zwar kämpften die Hausherren unermüdlich und erarbeiteten sich von Beginn an die besseren Möglichkeiten, nur im Abschluss fehlten oft die entscheidenden Zentimeter. Latte, Pfosten und der bärenstarke Gästekeeper Mihaly Peterfy verhinderten die verdiente Führung.
Die Vogtländer hingegen nutzten ihre großen Chancen effektiv aus und kamen jeweils in Überzahl zur 1:0- und 2:1-Führung. Potsdam ließ sich zumindest nicht abschütteln und traf durch Dufour (1:1) und Christian Saggau (2:2) jeweils zum Ausgleich. Im zweiten Viertel bot sich ein ähnliches Bild. Der OSC stürmte aufs Plauener Tor, Zählbares wollte aber nicht herausspringen. Wirklich erlösend wirkte da die erste OSC-Führung durch Hannes Schulz zum 3:2. Doch nach einem vergebenen Fünf-Meter-Strafwurf fingen sich die Potsdamer noch zwei unnötige Treffer zum 3:4-Halbzeitstand ein.
Nach dem Seitenwechsel hatte der OSC den besseren Start. Dennis Strelezkij zum 4:4 und Center Ferdinand Korbel zum 5:4 brachten die Mannschaft von Trainer Alexander Tchigir wieder in Front, doch der SVV ließ sich nicht beeindrucken und nutzte seine beiden Möglichkeiten in Überzahl gnadenlos zum 5:6 aus.
Im Schlussviertel kamen die Havelstädter durch den spektakulärsten Treffer des Abends zum 6:6. Strelezkij traf von rund sieben Metern aus eigentlich aussichtsloser Position per Rückhandtrickwurf und überraschte den sonst hellwachen Plauener Torwart. Spätestens jetzt hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. In einem offenen Schlagabtausch trafen zunächst wieder die Gäste, Korbel glich zum 7:7 aus. Wieder legte Plauen vor, doch der zum „Spieler des Tages“ ernannte Center Korbel setzte sich kraftvoll gegen gleich drei Gegenspieler durch und wuchtete den Ball zum 8:8 über die Linie. Als sich Strelezkij, der später mit der Mannschaft in seinen 18. Geburtstag hineinfeierte, im Alleingang auf der rechten Seite zum 9:8 durchsetzte, glich der Brauhausberg einem Tollhaus, doch im Gegenzug klingelte es auch wieder im OSC-Kasten. Gut 40 Sekunden vor Schluss hatte Plauen die Chance zum Ausgleich, verlor aber den Ball. In der einzigen echten Konterchance des OSC des Spiels behielt Dufour die Nerven und traf aus spitzem Winkel von links zum umjubelten 10:9. Die letzten 15 Sekunden hielt der OSC stand und Potsdam feierte – erst im Bad, dann noch bis in die frühen Morgenstunden im Studentenclub „Pub á la Pub“.
„Es war eine tolle Serie“, freute sich Trainer Tchigir, dessen Erleichterung nach dem dritten Anlauf zum Wiederaufstieg in die A-Gruppe anzumerken war. „Großer Respekt an die starke Plauener Mannschaft.“ Diese hatte tatsächlich ein prächtiges Spiel abgeliefert und zeigte sich über weite Teile der Begegnung deutlich abgezockter als das junge OSC-Team. Gerade im Überzahlspiel zeigte sich das. Während die Gäste von den sieben Potsdamer Zeitstrafen sechs in Tore ummünzen konnten, verwandelte der OSC lediglich drei von 13.
Nun kann der OSC kurz durchatmen. Am 12. Mai geht es erneut am Donnerstag-Abend 20 Uhr im ersten Spiel des „Best-of-three“-Viertelfinales gegen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04, danach wartet nach den Aufstiegsspielen am Pfingstwochenende der zweite Saisonhöhepunkt. Im Final Four des deutschen Pokals will sich der OSC seinen Traum von der ersten deutschen Medaille im Herrenbereich erfüllen. Mit dem Schwung aus der Serie gegen Plauen scheint auch das möglich!
Potsdam: Torwart Michael Knelangen, Alexander Schwarze, Artur Tchigir, Thilo Popp, Max Kössler, Dennis Strelezkij (3), Ferdinand Korbel (3), Christian Saggau (1), Gabriel Satanovsky, Matteo Dufour (2), Hannes Schulz (1), Reiko Zech, Jacob Drachenberg

Deutsche Wasserball-Liga 2015/2016

Ansetzungen Ausscheidungsspiele Play-off-Plätze 5 bis 8 („best of five“)

Sonnabend, den 9. April 2016 (Spiel 1)
18:00 OSC Potsdam – SVV Plauen 10:7 (4:2, 2:0, 3:4, 1:1)

Sonnabend, den 16. April (Spiel 2)
16:00 SVV Plauen – OSC Potsdam 11:10 (5:3, 2:2, 2:3, 2:2)

Sonntag, den 17. April (Spiel 3)
11:00 SVV Plauen – OSC Potsdam 5:9 (0:1, 2:3, 0:1, 3:4)

Donnerstag, den 21. April
20:00 OSC Potsdam – SVV Plauen 10:9 (2:2, 1:2, 2:2, 5:3)

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