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Wasserball-Festival im Uni-Bad

Deutschlands Wasserballer zeigte am dritten Spieltag der FINA Weltliga in Bremen nach dem Querelen der vergangenen Wochen Comeback-Qualitäten, hatte allerdings im Duell mit dem zweimaligen Weltmeister Spanien vor toller Kulisse am Ende dennoch knapp mit 11:12 (2:3, 3:5, 1:2, 5:2) das Nachsehen. Erfolgreichste deutsche Werfer der Partie waren vor 700 Zuschauern im bestens gefüllten Uni-Bad Paul Schüler (4) und Erik Bukowski (3). Eine 20-minütige Zusammenfassung der Partie gibt es wieder im Internetportal wasserball.tv.

Deutschlands beste Spieler gaben sich in der gerne zitierten „(Wasserball-)Provinz“ die Ehre und wurden dort hervorragend aufgenommen: Der heimische Landesschwimmverband Bremen hatte mit seinen zahlreichen Helfern das vor dem Abriss stehende Uni-Bad für dieses Länderspiel in der Hansestadt hergerichtet und wurde mit einem vollem Haus belohnt. Auch der langjährige DSV-Sprecher Manfred Radermacher (Berlin) brauchte das Publikum vor dem Anschwimmen auch nicht lange einzustimmen. „In Bremen scheinen wir offene Türen einzurennen“, zeigte sich ein DSV-Funktionär begeistert, zumal sich auch die heimischen Medien sehr interessiert zeigten. Einziger Wermutstrophen des Abends bleibt der nahende Abriss der in die Jahre gekommenen Anlage, zumal diese für die Sportart Wasserball ein anderenorts vielfach vermisstes echtes Arena-Gefühl bietet.

Der jüngste Trainerwechsel hatte der heutigen Partie auch bundesweit ungewohnten medialen Zuspruch beschert. Einen echten spielerischen Durchbruch brachte das Spanien-Spiel noch nicht, zumal einige vermeidbare Fehler einen möglichen Punktgewinn kosteten. Allerdings wäre dieses bei nur zwei Trainingstaten mit dem Interimsduo Arno Troost/Milan Sagat auf der Trainerbank auch vermessen gewesen. „Die Mannschaft hat aber deutlich befreiter aufgespielt“, werteten Bernd Seidensticker, Präsident des Pokalfinalisten Waspo 98 Hannover, und andere Gäste diesen ersten Auftritt unter neuen Vorzeichen dennoch als Fortschritt. Genau in dieser Richtung soll der Trainerwechsel auch wirken.

Nach dem 1:1-Ausgleich durch Erik Bukowski und gleich drei Treffern von Paul Schüler hatte die DSV-Auswahl zwischenzeitlich sogar mit 4:3 (10.) geführt und hielt diesen Vorsprung für fast drei Minuten. Als „Genickbruch“ erwies sich aus deutscher Sicht dann aber Spaniens 5:0-Lauf beim Übergang vom zweiten auf das dritte Viertel: Hier trafen die Iberer gleich dreimal in Folge aus dem Rückraum, wo die deutschen Verteidiger allerdings auch jeweils schlecht standen. Erstaunlich, aber nicht optimal: Die DSV-Auswahl kam auf elf eigene Tore, obwohl diese bis auf eine Ausnahme samt sonders nur aus dem Halbkreis oder in Überzahl fielen. Treffer aus der nur selten angespielten Centerposition oder durch kreative Spielzüge blieben anders als bei den Spaniern allerdings Fehlanzeige.

Nach dem 5:8-Rückstand beim Seitenwechsel gelangen den Iberern in dem eher torarmen dritten Viertel (1:2) auch die beiden ersten Treffer dieses Abschnitts zum scheinbar vorentscheidenden 5:10-Zwischenstand (21.), doch die Deutschen zeigten Comeback-Qualitäten: Paul Schüler beendete mit seinem vierten Treffer zum 6:10 die Durststrecke im Angriff. Im Schlussabschnitt legten Moritz Oeler per Strafwurf, Marko Bolovic mit seinem zweiten Treffer im erst zweiten Länderspiel und Oeler in Überzahl nach. 57 Sekunden vor dem Ende gelang Erik Bukowski mit seinem dritten Treffer am heutigen Abend zum 10:11 dann sogar der Anschlusstreffer. Marc Minguell legte bei ablaufender Angriffszeit allerdings im Gegenzug den entscheidenden zwölften Treffer nach, und die Spanier gaben die Führung trotz eines erneuten Anschlusstreffers durch Julian Real 19 Sekunden vor dem Ende nicht mehr ab.

Der erstmals bei einem Länderspiel auf der Bank sitzende und auch gleich mit der nominellen Führungsposition bedachte Trainer Arno Troost war mit der Vorstellung des Teams durchaus zufrieden: „Wunder konnte man nach der eintägigen Vorbereitung in der neuen Konstellation sicher nicht erwarten, die Moral der Mannschaft war in der Schlussphase beeindruckend.“ Auf deutscher Seite führten Paul Schüler (4) und Erik Bukowski (3) die Torschützenliste an, bei den Gästen waren Linkshänder Blai Mallarach und Center Balasz Sziranyi je dreimal erfolgreich.

Für den laufenden Wettbewerb hatte das heutige Resultat keinen Einfluss, da beide Teams nach je zwei Niederlagen in den vorherigen schon vorab aus dem Rennen um den einzigen Endrundenplatz dieser Viererrunde so gut wie ausgeschieden waren. Beim Parallelduell der beiden bisher ungeschlagenen Teams siegte Titelverteidiger Serbien auswärts in Astrachan mit 17:8 gegen Russland und schwimmt damit erneut klar auf Endrundenkurs. Im ersten Rückrundenspiel der Europa-Gruppe B trifft die deutsche Auswahl am 17. Februar in Stuttgart auf die russische Auswahl, die beim Heimkampf mit 12:9 siegreich geblieben war.

Weltliga 2014/2015

Europa-Gruppe B, 3. Spieltag in Bremen

Deutschland – Spanien 11:12 (2:3, 3:5, 1:2, 5:2)

Deutschland: Moritz Schenkel – Erik Bukowski 3, Timo van der Bosch, Julian Real 1, Marko Bolovic 1, Maurice Jüngling, Philipp Kalberg, Paul Schüler 4, Moritz Oeler 2/1, Andreas Schlotterbeck, Dennis Eidner, Kevin Götz. Trainer: Arno Troost

Persönliche Fehler: 9/10

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