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Wasserballer sind eine große Familie

„Wasserballer sind eine große Familie“

So manche traditionsreiche Sportart wird im niedersächsischen Landkreis Peine nicht (oder nicht mehr) angeboten: Dieses gilt mit Wasserball auch für den ältesten olympischen Mannschaftssport, doch vereinzelte Aktive aus der Region widmen sich in der Fremde dem Spiel, darunter mit Marte und Reiner Bendrien sogar auch ein Ehepaar aus Wipshausen.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte es im damaligen Schwimmclub „Neptun“, dem Vorläufer des heutigen Peiner Schwimmvereins von 1906 (PSV), Wasserballspiele gegeben. Insbesondere das alte Freibad am Neustadtmühlendamm erlebte über Jahrzehnte regelrechte „Schlachten“, darunter im Jahre die norddeutschen Bestenkämpfe in den damals recht populären Wettbewerben für „Vereine ohne Winterbad“ (VoW). In den 1980er Jahren hat sich die heimische PSV-Sieben zeitweilig sogar in die niedersächsische Oberliga vorgekämpft, doch ist der Traditionssportart des Klubs jedoch zur Jahrestausendwende die Luft ausgegangen – Nachwuchsmangel und fehlende Popularität haben nicht nur hier dem interessanten Spiel schwer zu schaffen gemacht.

Marte Funda-Bendrien erlebt dagegen mit 45 Jahren an diesem Wochenende sogar noch einmal einen sportlichen Höhepunkt: Mit dem Frauenteam des Lehrter SV trifft die langjährig erfahrene Torhüterin am morgigen Sonnabend in der ersten Runde des deutschen Pokalwettbewerbs (DSV-Pokal) auf die WSG Oberhausen 97/27 (13:45 Uhr, Hallenbad Lehrte). Gemeinsam mit Ehemann Reiner (50) ist sie 2008 nach längerer Pause wieder in die Sportart zurückgekehrt: Beide spielen im Nachbarbezirk beim Lehrter SV, dem einzigen in der Sportart noch aktiven Verein in der Region zwischen Hannover und Braunschweig. Dort hatte Marte als 14-Jährige mit dem damals für Mädchen absolut exotischen Spiel angefangen, war berufsbedingt später dann in Hannover und Braunschweig aktiv. „Da war Frauenwasserball noch nicht mal olympisch“, erinnert sich ihr aktueller Trainer Wolfgang Philipps noch gut an die ersten Spiele im alten Lehrter Freibad. Ehemann Reiner war beim Peiner SV lange Jahre als Schwimmer wie auch Wasserballer am Start. Beide haben sich sogar bei einem Wasserballspiel kennengelernt – er als Spieler, sie als Schiedsrichterin der Partie.

Bereut haben die Beiden den Wiedereinstieg bisher nicht, auch wenn sie berufs- und familienbedingt nicht alle Trainingstermine wahrnehmen können: „Wasserballer sind eine große Familie“, sagt Reiner, der seitdem zahlreiche Bekannte früherer Tage wiedergetroffen hat. Marte steigt in der Nachbarstadt sogar gemeinsam mit Mannschaftskameradinnen ihres früheren Vereins SG Misburg und der lange Jahre in Braunschweig aktiven Hillerserin Silke Sandte ins Becken, die in Lehrte ebenfalls eine neue sportliche Heimat gefunden haben. Alle drei spielen auch in den Bezirksligateams des Lehrter Mehrspartenklubs sogar noch regelmäßig um Punkte: Die Sportart gilt als körperbetont, hält aber fit und ist auch weitgehend verletzungsfrei. „Da ist für auch ehemalige Schwimmer ein tolles Spiel“, kann die 45-Jährige dieser Erfahrung nur beipflichten. Am Sonnabend gibt es in der Nachbarstadt mit dem Duell im nationalen Pokalwettbewerb nun sogar ein Spiel unter Bundesligabedingungen. „Das hätten wir ohne Marte nie geschafft“, weiß Philipps, was er an seiner erfahrenen Torhüterin hat.

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